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Habe ich denn allein gejubelt? - Eine Jugend im Nationalsozialismus von Eva Sternheim-Peters *REZENSION*

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Eva Sternheim-Peters, 90 jahre alt, lässt ihr Aufwachsen in einem Umfeld lebendig werden, das Militär, Waffen oder Krieg keineswegs als schrecklich, sondern als normal empfindet. Ihr Lebensbericht ist eine Herausforderung. Sie beschreibt, mit welchen Mythen, Vorbildern und Ressentiments die kleine Eva aufwächst, dabei politische Schlagworte und Feindbilder verinnerlicht, bevor sie selbst überhaupt ein Verständnis der Welt erlangt hat.
Der Zeitzeugin geht es weder um Apologetik noch um Revisionismus, sondern um Selbstkritik und auch Selbstironie. Sie schottet sich nicht ab mit der Einstellung: »Ihr wart nicht dabei, was wisst ihr schon?!« – Im Gegenteil: Ihre Erinnerungen sind eine Einladung, als wolle sie sagen: »Schaut, so habe ich es erlebt.« Sie will weder rechtfertigen noch entschuldigen. Ihren Lesern bietet sie die Möglichkeit, Einblicke zu erhalten, die man von den eigenen Eltern oder Großeltern häufig vermisst hat. Der faszinierende Erklärungsversuch einer Zeitzeugin, warum es so weit kommen konnte.


Gebundene Ausgabe: 784 Seiten
Verlag: Europa Verlag (1. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3958900100
Preis: 24,99€

Mit seinen über 700 Seiten, ist dieses Buch keine leichte Lektüre. Ich habe einige Wochen gebraucht und es hat mich sehr viel nachdenken lassen.

Eva Sternheim-Peters erzählt hier ganz offen, wie sie die damalige Zeit erlebt hat und wie sie sich hat mitreisen lassen. Man stellt sich immer wieder die Frage, ob damals wirklich so viele Menschen "Ahnungslos" waren und hier im Buch wird es ein Stück weit beantwortet.

Die Autorin schildert in diesem Buch, wie sie das damalige Leben miterlebt hat...den Hass gegen Juden, ihre Arbeit in der Hitlerjugend und vieles mehr. Man kann sagen, dass dieses Buch wirklich beeindruckend ist. 

Auf den über 700 Seiten finden wir Erzählungen zu verschiedenen Aspekten ihrer Jugend und diese sind wunderbar aufgeteilt. Von "Zwischen den Kriegen" über "Hitlerjugend" bis hin zu "Freund und Feinde" oder auch "Front und Heimatfront".

Ein Leben zwischen Hass, Krieg und eigener Kindheit...ein Leben was wir uns niemals vorstellen könnten und es auch niemals wollen würden.

Eva Sternheim-Peters schildert ohne Ausnahme, warum sie sich damals hat so begeistern lassen. Dabei ging es ihr weniger um politisches denken, denn sie war selbst noch ein Kind. Ihr ging es um die persönliche Entfaltung und hin und wieder ihrem streng katholischen Alltag zu entfliehen. Denn in der Hitlerjugend waren die Kinder unter sich und es waren keine Erwachsenen erlaubt. Das gefiel Eva und machte sie ein wenig stolz.

Ich fand es sehr interessant, mal ein Buch aus dieser Perspektive zu lesen. Man erhält so viele Eindrücke, die man sonst nicht bekommt...zumindest in den wenigsten Büchern.

Danke Eva Sternheim - Peter und auch dem Europa Verlag, für diesen Einblick in die Geschichte unseres Landes!

Kommentare:

  1. Ui, dass ist doch was für mich. Ich lese unheimlich gern Bücher von Zeitzeugen. Trotz der 700 Seiten landet es nun auf meiner WuLi :)

    Danke für den Tipp! ^^

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    1. Wenn du Bücher in diese Richtung magst, kann ich dir noch einige empfehlen:
      - Der Fotograf von Auschwitz (Ausgabe aus dem cbj Verlag)
      - Ich habe den Todesengel überlebt
      - Wir haben das KZ überlebt
      - Die Sonnenblume

      :-)

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  2. Ui vielen Dank :)
    Da werde ich später mal stöbern, denn ich hab ja auch bald "richtig" Geburtstag 😃

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  3. Das Buch klingt sehr interessant. Ich denke, es kommt ebenfalls auf meine Wunschliste.

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Zauberzungen