Sonntag

Es wird keine Helden geben - Anna Seidl *Rezension*

Gern wollte ich diese Rezension also Video machen aber es wollte mir einfach nicht gelingen. Ein kurzes Video gibt es dennoch von mir und die Rezension eben schriftlich :-)

Bevor ihr die Rezi lest, muss ich noch anmerken wie bewundernswert ich es finde, das die Autorin mit nur 16 Jahren ein so realistisches und gefühlvolles Buch geschrieben hat. ^_^



Darum gehts:

Miriam ist 15 Jahre alt, hat ein schönes Leben, gute Freundinnen und einen süßen Freund. Dieser eine Tag beginnt mit einer SMS von Tobi und endet in einem Chaos, welches Miriams Leben und das der anderen völlig verändert.

Miriam ist gerade auf dem Weg, mit Joanne, zur nächsten Stunde, als sie es plötzlich hören: "Bumm"...schreiende Schüler....und wieder "Bumm". Nach kurzer Irritation merken die beiden schnell was los ist....ein Amoklauf!

Schnell verstecken sich die beiden im Jungsklo, wo sie auch Phillip treffen. Sie hören den Täter näher kommen und verstecken sich nun in den Kabinen. Sie wollten Phillip mitnehmen aber er weigerte sich, weil er einfach gelähmt war vor Angst. Dies bezahlte er mit seinem Leben. Aber nicht nur er. Miriam muss sehen wie ihr Freund Tobi auf dem Flur liegt und stirbt...wie soll sie ihm helfen? Wenn sie raus geht ist sie die nächste....

Sie schaut sich weiter um, durch den Spalt der Toilettentür und erkennt den Täter sofort...es ist Matias, ein Schüler aus der Parallelklasse. Warum tut er das und warum zielt er jetzt auf Miriam? Doch zum Glück stürmt nun die Polizei die Schule und Miriam kommt mit dem Leben davon.

Nach diesem schrecklichen Ereignis muss Miriam nun lernen damit umzugehen....

Meine Meinung:
  
Gleich zu beginn des Buches wird man praktisch ins Geschehen hineingeworfen und ist mitten drin. Man erfährt das es den Amoklauf gab...

Ein dreiviertel des Buches behandelt dann die Zeit danach und die Hauptperson ist Miriam. Es ist fast so, als würde man ein Tagebuch lesen oder als würde sie neben dir sitzen und dir ihre Geschichte erzählen. Den Erzählstil finde ich wirklich gut und sehr passend für die Altersempfehlung.

Man erfährt nun wie Miriam nach dem Amoklauf weiter lebt und wie sie damit umgeht. Die ersten Tage zieht sie sich sehr zurück, isst fast nichts, aber trinkt sehr viel. Niemand kommt an sie heran, ihr Vater nicht und ihre Mutter, die vor 5 Jahren die Familie verlies, ist nun auch da, doch Miriam will sie nicht sehen.
Der einzige der an Miriam heran treten darf ist ihr Großvater. Bei ihm fühlt sie sich wohl.

Miriam will und kann es nicht glauben das es wirklich passiert ist...das ihr Freund wirklich tot ist. In den Tagen, in dem sie in ihrem Zimmer sitzt, denkt Miriam sehr viel nach...doch sie kommt nicht so ganz hinter das WARUM? Sie weiß aber, das sie nicht mehr die Miriam sein will die sie vor dem Amoklauf war, sondern eine andere. So entschließt sie sich, eine komplette Typveränderung durchzuführen. Sie versucht Kontakt mit ihren Freundinnen aufzunehmen...nähert sich ihrer Mutter an und findet langsam wieder zurück ins Leben.

Ich habe jetzt schon oft gelesen, das manche die Gefühle oder Handlungen  von Miriam oder ihren Eltern nicht nachvollziehen können. Wie auch? Ohne selber einen Amoklauf erlebt zu haben.

Im Buch kommt es so rüber als würde Miriam tagelang nur im Zimmer sitzen und nichts essen, und die Eltern würden es zulassen ABER:

1. denke ich mal, das die Autorin einfach drauf verzichtete jede einzelne noch so kleine Mahlzeit zu erwähnen...
2. haben die Eltern ihrem Kind einfach nur die Zeit gegeben die es brauchte. Man kann ein Kind nicht zwingen, das Leben nach so einem Ereignis einfach weiter zu führen. Man kann einfach nur versuchen dem Kind zu signalisieren das man immer für sie da ist und immer versuchen "Kontakt" aufzunehmen.

Nach einer Woche rappelt sich Miriam so weit wieder auf, das sie auch wieder nach draußen geht, in die Schule geht und schafft es sogar, das Grab von Tobi zu besuchen. Leider muss Miriam nach kurzer Zeit einen weiteren Schicksalsschlag erleben aber ich glaube, so böse wie es klingt, das sie damit gerechnet hat oder es erahnte, das es so kommen kann.

Miriam ist für mich ein sehr starkes Mädchen, die einfach nur versucht ihr Leben so gut es geht wieder aufzunehmen.
Natürlich macht sie sich jetzt auch Gedanken über das WARUM, denn sie weiß das sie zu Matias nicht immer nett war und fragt sich nun auch "Sind wir schuld?". Sie war vor der Tat ein recht normales Mädchen aber auch oberflächlich und gemein zu Matias. Doch nach dieser Tat hat sich ihr Wesen komplett verändert, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann.

Sie denkt sehr viel darüber nach, was passiert ist...warum es passiert ist und wie es für sie jetzt weiter gehen soll.

FAZIT:

Ich könnte noch so viel mehr dazu schreiben aber das will dann keiner mehr lesen^^

Das Buch hat  mich sehr berührt und ich kann Miriams Gefühle und Handlungen eigentlich sehr gut verstehen. Ich finde sie kommt sehr realistisch rüber. Ihre Gefühle und Handlungen sind nicht zu übertrieben und das sie nach mehreren Monaten wieder ein normales Leben führen will finde ich sehr gut und nicht zu früh.

Denn jeder entscheidet selber, nach so einem Ereignis, wie er damit umgeht und ich glaube auch, das die Therapiestunden bei Dr. Frei ihr dabei sehr geholfen haben...beim Abschied von Tobi, beim zurecht kommen mit ihrer Mutter und beim Einstieg in ihr "neues" Leben.

Empfehlen kann ich es jedem...wirklich jedem. Ich finde auch, das es ein prima Buch wäre, welches man in der Schule lesen kann.

Ich bedanke mich bei Oetinger Verlag dafür das wir bei der Aktion dabei sein durften und so dieses wunderbare Buch lesen konnten.

Aber auch Katja danke ich dafür, das sie dies alles organisiert hat und die Nerven hatte das alles durchzuhalten...unsere Fragen...unser "gemecker" und was sonst alles schief  lief^^



Kommentare:

  1. Du hast das alles sehr gut auf den Punkt gebracht. Deinen Videoversuch finde ich trotzdem sehr gut, da gehört auch etwas zu, sich so vor die Kamera zu setzen:) Wäre nichts für mich... Ich lese das Buch gerade im Rahmen einer Leserunde und bin völlig begeistert. Falls begeistert in dem Zusammenhang benutzt werden darf;) Eine Rezi dazu wird mir sehr schwer fallen, weil mir schon jetzt unheimlich viel dazu einfällt - das wird wahrscheinlich dann gar kein Ende nehmen.
    Dir einen schönen Sonntagabend und guten Start in die neue Woche!

    LG, Claudia

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  2. Danke dir Claudia, für deinen netten Kommi :-) Ich hätte auch noch ne Menge dazu schreiben können aber das wäre dann ewig lang geworden^^

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  3. Hallo! Wirklich tolle Rezension!
    Ich habe es auch gelesen und kann mich jetzt nur noch nicht so richtig entscheiden, wie viele Punkte ich vergebe :)
    Alles Liebe,
    Jule ♥

    Würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbeischaust:
    http://good-books-never-end.blogspot.de/

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Zauberzungen